DeckeLiebe Jungs,
nun ist es Herbst, es wird windiger, nasser und kälter. Zwangsläufig stellen sich viele Pferdemenschen nun die Frage, ob das Pferd eingedeckt werden soll oder auch nicht. Die Diskussionen sind oft sehr emotional, weil jeder das Beste für sein Pferd will. Den meisten Menschen fällt es allerdings schwer zu akzeptieren, dass die eigene Entscheidung zur Decke nicht für jedes Pferd oder jeden Reiter die richtige sein muss.

Nehmt euch deshalb immer die Zeit euch, euer Pferd und eure Situation anzusehen und zu beurteilen. Lasst euch nicht verunsichern. Hört auf euer Pferd und euer Gefühl.

Ein paar Anregungen zur überlegten Entscheidungsfindung:

  • Wie oft und wie intensiv reite ich mein Pferd (schwitzt mein Pferd dabei oder danach)?
  • Steht mein Pferd immer draussen (Robusthaltung)?
  • Oder steht mein Pferd nur tagsüber draussen und nachts im Stall?
  • Wie alt ist mein Pferd? Wie gesund ist mein Pferd?
  • Hat mein Pferd eine Möglichkeit sich vor Dauerregen und Zugluft zu schützen?

Pferde brauchen von Natur aus tatsächlich keine Decke. Und ein Zittern beim Pferd bedeutet nicht, dass das Pferd friert. Das Muskelzittern ist einfach eine Möglichkeit Wärme zu erzeugen. Auch kann das Fell und die Haut kalt sein – das ist normal – ihre Haut und ihr Fell sind anders aufgebaut. Pferde können Temperaturschwankungen von bis zu 20° Grad ausgleichen.

Decken sind aber auch sehr sinnvoll.

Pferde bekommen durchaus Probleme, wenn sie bis auf die Haut durchnässt (egal ob durch Schwitzen oder Regen) in der Kälte oder in Zugluft oder im Hänger stehen. Dann ist ihr Stoffwechsel und ihr Immunsystem überfordert und die Gefahr einer Erkältung groß. Da sollte eingedeckt werden. Auch wenn man den Eindruck hat, dass das Pferd sehr klemmig ist und sich nicht mehr frei bewegt oder eingefallen wirkt – auch dann ist eine Decke sicherlich kein Fehler.

Auch bei Pferden, die viel geritten werden und schwitzen ist die Frage, ob es so sinnvoll ist, dass sie dickes Winterfell mit sich rumtragen. Wenn die Pferde dann noch zum „Nachschwitzen“ neigen – dann würde ich eine Decke bevorzugen. Die muss ja nicht dick sein, aber sie bewirkt zum einen, dass das Pferd weniger Fell bekommt und schützt vor Kälte, zum anderen.

Bei unseren beiden ist es so, dass ich dem 17-Jährigen abends, wenn er draussen steht und die Temperaturen unter 6 Grad fallen, eindecke. Oder wenn es durchregnet. Die Stute scheint aber sehr gut ohne klar zu kommen. Und da sie derzeit nicht geritten wird – erstmal keine Decke. Aber: auch hier bleibe ich flexibel. Stellt sich raus, dass sie demnächst doch schwitzt bei der leichten Arbeit oder mir einen klemmigen Eindruck macht oder es zu sehr regnet… dann werde ich ihr wahrscheinlich auch eine Decke anziehen. Ihr seht – eine ganz individuelle Entscheidung.

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Wenn ihr euch für eine Decke entscheidet interessiert euch vielleicht der Test von cavallo. Persönlich setze ich auf Bucas oder horseware. Für gewöhnlich habe ich für den Winter eine Regendecke und eine Abschwitzdecke im Einsatz. Damit kommt der Große seit Jahren ohne Erkältung oder *Rücken* klar. 

 

Sandra Tacke

Sandra Tacke – die Frau hinter Beverlyholl.com.
Ein neuer Blog – zum schönen Leben! Kinder, Pferde, Quilten … und was uns sonst noch einfällt oder zufällt.