Liebe Jungs,

seit einem dreiviertel Jahr ist Ültje wieder bei uns. Mittlerweile sitzt ihr beide gerne und oft drauf und es klappt! Wir gehen viel spazieren, planschen  im Fluss und versorgen ihn gemeinsam. Zum Glück haben wir noch Unterstützung von guten Freunden, weshalb alles sehr reibungslos läuft.
Wir alle geniessen diese Zeit bei den Pferden. Und so habe ich mich entschlossen noch ein zweites equides Familienmitglied zu suchen. Das war Montag. Heute, Sonntag, zieht Piroschka bei uns ein. Ich bin sehr aufgeregt. So wie alle anderen auch, die ihre Ankunft in drei Stunden erwarten.

Herdenzusammenführung – Umsicht ist geboten.

Es gibt viel zu beachten, da unsere Pferde ein fester, wenn auch kleiner Herdenverbund sind: Zwei Kaltblüter (16 und 32 Jahre), ein Haflinger (30 Jahre), zwei Warmblüter (17 und 4 Jahre). Die Kaltblüter haben eine so natürliche Präsenz, dass sie die Führung übernehmen. Der 17 jährige Warmblüter – unser Ültje – steht in der Rangordnung auch sehr weit oben. Wenn nun also nun Prioschka dazu kommt (10 Jahre) so wird die Herde erstmal in Aufruhr versetzt – die Rangordnung wird in Frage gestellt. Und Piroschka stand bisher nur in einem Zweierverbund, der jetzt aufgelöst wird. Für sie wird das heute ganz schön aufregend. Neuer Ort, neue Kameraden, neue Menschen. Das sind viele, viele Aufgaben auf einmal.

Die Eingewöhnung versuchen wir so pferdeschonend, wie die Situation es zulässt, durchzuführen.

Schritt eins: Vorbereitung: Wiese unterteilen – Orientierung und erste Kontaktaufnahme
Wir werden unsere mehrteilige Weide zum Teil abtrennen, so dass die alte Herde beisammen ist und die Stute erstmal Möglichkeit hat sich umzusehen und durch den Zaun ersten Kontakt aufzunehmen.

Schritt zwei: Beobachten und entscheiden: Erstmal ein Kumpel oder volles Programm?
Wir sehen uns genau an wie das abläuft und werden spontan entscheiden, ob wir dann den Zaun zu allen zu öffnen oder vielleicht erstmal nur einen zu ihr zu stellen. Wichtig ist uns, dass Verletzungsrisiko für alle möglichst gering zu halten.

Schritt drei: Jetzt mal Tacheles: Alle zusammen bringen.
Wenn dann alle zusammen kommen ist es wichtig, dabei zu sein. Wir werden uns über die Weide verteilen und mit Gerte (ja, jetzt mal mit Gerte – Pferde in Wallung sind dann schnell 500 Kilo und mehr, die einem entgegenpreschen!) die Ecken abrunden, damit kein Pferd in die Enge gedrängt werden kann. Im Ernst, es ist wichtig, für die eigene Sicherheit eine Gerte dabei zu haben. Sie sorgt für mehr Präsenz. Die Situation ist nur bedingt kontrollierbar und keiner soll zu Schaden kommen.

Ihr seht, ganz schön spannend.

Nein, ich habe keine Sorge, wirklich nicht, nur sollte so eine Situation richtig eingeschätzt werden. Bei aller alternativen Einstellung – nicht die eigene Sicherheit aus den Augen verlieren.

So, jetzt muss ich vorbereiten. Ich werde später berichten. Mit Fotos.
Es bleibt spannend.

 

Sandra Tacke

Sandra Tacke – die Frau hinter Beverlyholl.com.
Ein neuer Blog – zum schönen Leben! Kinder, Pferde, Quilten … und was uns sonst noch einfällt oder zufällt.